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BDL Next absolviert erfolgreich erste Phase der Realerprobung

Bidirektionale Elektrofahrzeuge speisen zusammen mit heimischen PV-Strom Strom zurück ins Netz. +++ Ein Vehicle-to-Grid-Pool mit Einbindung privater PV-Anlagen ist in Betrieb.

BDL Next ist ein Forschungs- und Realerprobungsprojekt. Im Mittelpunkt steht nicht die Einführung eines neuen Produktangebots, sondern die Untersuchung, wie bidirektionales Laden im Zusammenspiel mit Photovoltaikanlagen, bestehenden Hausinstallationen sowie Markt- und Netzprozessen zuverlässig und skalierbar umgesetzt werden kann. 

Nach der Fahrzeugübergabe an die ersten Projektteilnehmer Ende April stand zuerst der Ende-zu-Ende Funktionstest im Feld im Fokus. Darauf aufbauend wurde die Einbindung der Fahrzeuge in energiewirtschaftliche Prozesse für bidirektionalen Laden unter realen Haushaltsbedingungen umgesetzt, gefolgt von einer Kombinierung der bidirektionalen Ladetechnologie sowie Einbindung der PV-Anlage. 

Messungs- und Abrechnungsprozess: Ein Ausblick auf „MiSpeL“ in der Praxis. 

Für den V2G-Betrieb wurden die zentralen energiewirtschaftlichen Prozesse im Projekt eingerichtet:  

  • 17 BDL-Next-Pilotkunden sind auf die drei Netzgebiete von Bayernwerk Netz, Westnetz sowie SEW Netz aufgeteilt. Die Pilotkunden werden durch E.ON mit Strom beliefert und vermarktet; die Vergütung für die Einspeisung aus dem Fahrzeug ist vertraglich und prozessual geregelt. 
  • Für die Messung- und Abrechnung wurden Ein- und Zwei-Zählermesskonzepte in Anlehnung an die kommende MiSpeL-Festlegung umgesetzt. Messung und Abrechnung erfolgen im Projekt bei 14 Kunden im Bayernwerk Netz über ein Zwei-Zähler-Messkonzept. Dieses ermöglicht es, Energieflüsse aus Netz, PV-Anlage und Elektrofahrzeug am Netzanschlusspunkt zu erfassen, voneinander abzugrenzen und für den Abrechnungsprozess zuzuordnen. Die weiteren Kunden wurden über ein vereinfachtes Ein-Zählermesskonzept abgedeckt. 
  • Die angewandten Messkonzepte finden sich in vergleichbarer Form in der von der Bundesnetzagentur geplanten Festlegung zur Marktintegration von Speichern und Ladepunkten (MiSpeL) wieder. Damit liefert BDL-Next erste Erkenntnisse zu den grundlegenden Funktionsweisen sowie praktische Erkenntnisse zu den künftigen regulatorischen Vorgaben in Bezug auf bidirektionales Laden in Verbindung mit realen Haushaltskonfigurationen. 

Steuerungsarchitektur: Das Elektroauto als zentrales Flexibilitätselement.
Im ersten Anwendungsfall von BDL Next wurde die Aggregation und Disaggregation des virtuellen Kraftwerks über den im Projekt eingesetzten BMW iX3 in Verbindung mit Wallboxen von BMW und Compleo sowie über den BMW PowerPool gesteuert. Die erste Projektphase konzentrierte sich bewusst auf ein reduziertes Setup, um zentrale Prozesse zunächst isoliert unter realen Bedingungen zu erproben. Das Home Energy Management System (HEMS) von gridX ist im BDL Next Setup ebenfalls vorhanden, welches in der zweiten Testphase die Steuerung übernimmt. 

Vom Fahrzeugpool zum vernetzten Haushalt. 

Mit der nächsten Erprobungsphase übernimmt das HEMS von gridX die Steuerung. Neben der Verfügbarkeit und den Mobilitätsanforderungen des Fahrzeugs können damit auch die PV-Erzeugung und der aktuelle Energiebedarf des Haushalts in die Betrachtung einbezogen werden. BDL Next untersucht damit, wie sich lokale Energieoptimierung und netz- beziehungsweise marktorientierte Flexibilitätsbereitstellung zuverlässig miteinander verbinden lassen.  

In beiden Anwendungsfällen bleibt die Mobilität der Pilotkunden jederzeit vorrangig. Überschüssige Flexibilität kann – unter Berücksichtigung der jeweiligen Situation im Haushalt und im Verteilnetz – für die Rückspeisung ins Stromnetz bereitgestellt werden. 

PV-Integration als logischer nächster Schritt. 

Ein zentraler Unterschied zum bereits abgeschlossenen Vorgängerprojekt BDL ist das kombinierte V2G-Szenario mit Photovoltaikanlage. BDL Next erprobt erstmals unter realen Bedingungen, wie Energieflüsse zwischen Fahrzeug, PV-Anlage und Netz in echten Haushalten gemessen, gesteuert und abgerechnet werden können.  

Darüber hinaus wird die Interoperabilität von V2H- und V2G-Systemen in bestehenden Haushaltsinstallationen mit nicht-herstellereigenen Komponenten – erprobt. Die gewonnenen Erkenntnisse unterstützen die Weiterentwicklung technischer Standards, regulatorischer Rahmenbedingungen und interoperabler Lösungen für die zukünftige Skalierung bidirektionaler Energiesysteme. 

Dr. Jens Berger
BMW
jens.a.berger@bmw.de